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Die Kathedrale von Zipaquirá, ein in Stein gemeißeltes architektonisches Wunder

Haga click sobre la imagen para ampliarla In Stein gemeißeltes Kreuz an einer Station des Kreuzweges

In Stein gemeißeltes Kreuz an einer Station des Kreuzweges

 

Zuerst war es taghell und dann wurde es dunkel. Allmählich bahnt sich ein vielfarbiges, phosphoreszierendes Licht seinen Weg und beleuchtet die Wände der Salzmine von Zipaquirá, ein monumentales architektonisches Werk, das von den Händen der Bergmänner geschaffen wurde und sich in einen Palast von unermesslicher Schönheit verwandelt hat.

Bevor man aber eintritt, kommt man zunächst auf den Platz der Fahnen. Dort steht die Skulptur der Jungfrau von Guasá (in der Eingeborenensprache: Salz und Wasser), der Schutzheiligen der Bergmänner, zu deren Füßen einer von ihnen liegt. Auf dem Platz der Zeremonien befinden sich auch das Kardinalskreuz, das Bergmannsdenkmal, der Glockenturm und die Wasserquellen.

Die Beleuchtung der Mine „blendet“ den Touristen auf ganz besondere Art.

Diese eindrucksvolle Salzmine gehört zur Gemeinde von Zipaquirá, der Hauptstadt des Departamentos von Cundinamarca, nur 48 km von Bogotá entfernt und eingebettet im sog. Berg des Zipa, dem Häuptling des Stammes Zipa, auf einer Höhe von 2.652 Meter ü.d.M. und mit einer Durchschnittstemperatur von 14° C.

Das Erste Architektonische Wunder Kolumbiens

Diese unterirdische Attraktion haben bereits mehr als 13 Mio. Besucher aus aller Welt besichtigt und jeden Monat kommen über 10.000 ausländische und 40.000 einheimische Touristen sie besuchen. Ihre Struktur, eine interessante Kombination von präziser ingenieurtechnischer Bauleistung und ursprünglicher Nutzung, wurde am 4. Februar 2007 zum Ersten Architektonischen Wunder Kolumbiens erklärt.

Haga click sobre la imagen para ampliarla Kreuz im Narthex der Salzkathedrale

Kreuz im Narthex der Salzkathedrale.

1995 wurde der neue Standort der Salzkathedrale eingeweiht, da die erste Mine bereits Anzeichen von Instabilität aufwies. Diese neue Anlage befindet sich 180 Meter unter der Erde und für ihre Errichtung wurden 250.000 Tonnen Salzfelsen abgebaut. Diese Mine ist das größte Steinsalzvorkommen der Welt.

Sobald man sich der Kathedrale nähert, spürt man bereits den Salzgeruch und wird von einem schummrigen Ambiente umgeben. Dann entfaltet sich ein Spiel der Lichter auf den gemeißelten Felsen und es bahnen sich Tunnelgänge, in denen die Stationen des Kreuzwegs dargestellt sind, ihren Weg. Am Ende des Weges trifft man auf drei Kirchenschiffe mit den Bezeichnungen Geburt und Taufe, Leben und Tod und Die Auferstehung und jedes Schiff hat seinen eigenen Altar.

Jedes der Kirchenschiffe ist mit wunderschönen, von den Bergmännern und Bildhauern erschaffenen Skulpturen dekoriert, wobei besonders die der Pietät hervorsticht. Ihre Gesichtszüge haben einen starken Eingeboreneneinschlag, in Gedenken an das Muisca-Volk als erster Nutznießer des Salzes. Es folgen der Schutzengel, der 1950 vom italienischen Bildhauer Ludovico Consorte geschaffen wurde und das gigantische Kreuz im Narthex.

Die Salzmine wurde im Jahr 2007 zum 1. Architektonischen Wunder Kolumbiens erklärt.

Eine weitere Attraktion ist der Wasserspiegel, der vormals eine Sole war. Er ist rundum beleuchtet, damit man sich im statischen Wasser spiegeln kann. Es wird der optische Effekt erreicht, sich schwimmend in einer unterirdischen Leere zu wähnen. In der Mine gibt es mehrsprachige, geschulte Führer für die ausländischen Touristen.

Zur Geschichte der Salzmine

Haga click sobre la imagen para ampliarla Skulptur zum Gedenken an die Minenarbeiter.

Skulptur zum Gedenken an die Minenarbeiter.

Die Ausbeutung dieser Mine geht bis auf die präkolumbische Geschichte zurück, führt vorbei an den Kolonisierungs- und Republikanerzeiten und erzählt heute noch Geschichte. Es war das ehemalige Muisca-Volk, das als erstes dieses enorme Salzvorkommen genutzt hat und sich damit zu einem der wohlhabenden prähispanischen Völker seinerzeit entwickelt hat.

Dieses Salzvorkommen inmitten der Ostkordillere Kolumbiens hat sich vor 70 Mio. Jahren gebildet, als dort noch ein Binnenmeer existierte, das sich auf die gesamte Region ausweitete. Mit der Bildung der Ostkordillere trocknete dieses Meer dann aus und hinterließ eine riesige, von Erde und Schlamm verschüttete Salzablagerung, die sich dann bis hin zur Bildung von Steinsalz verfestigte.

Das Salz wurde bereits vor der spanischen Eroberung vom Muisca –Volk abgebaut.

Die Spanier erklärten die Mine zur Stadt der Weißen mittels Dekret des Vizekönigreiches. Später dann war es dieses Salz, das die Finanzierung der Befreiungskampagnen von Nariño und Bolívar ermöglichte und die wiederum später, genau genommen vor 200 Jahren, zur Befreiung von Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela beigetragen haben. Und Jahrzehnte später war es der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez, dessen Werke hier ihren Ursprung fanden, als er nämlich in Zipaquirá lebte.

Das Städtchen von Zipaquirá erhält und schützt viele seiner kolonialen Gebäude und seinen Hauptplatz oder Platz der Bürger, wie er auch genannt wird. Den typischen Baustil findet man an den Balkons, den mit gewölbten Holzgittern versehenen Fenstern und den dicken Mauern wieder. Neo-kolonialen Stil mit Mudejar-Einfluss kann man an der exklusiven, im Jahr 1948 gebauten Herberge Libertador bewundern.

 

Attraktionen und Einrichtungen innerhalb der Mine

Haga click sobre la imagen para ampliarla Konzertsaal der Salzmine von Zipaquirá.

Konzertsaal der Salzmine von Zipaquirá

  • Die Bergmanns-Route, auf der die Touristen die Arbeit, Bedingungen, Hilfsmittel und Sicherheitsvorkehrungen der Bergleute hautnah miterleben können. Die geführte Tour dauert etwa eine halbe Stunde.
  • Das Sole-Museum, das sich in den ehemaligen Anlagen der Salzproduktion befindet. Ein Rundgang von 20 Minuten.
  • 3D-Videoshow als Reise durch die verschiedenen geologischen Etappen des Salzabbaus. Der 15 Minuten dauernde Film hat den Titel Guasá, die Schatzkammer eines Volkes.
  • Gastronomiezone für 300 Personen
  • Auditorium und Tagungszentrum mit einer Kapazität von 260 bis 800 Personen. Ideal für Seminare, Werbekampagnen, Veranstaltungen, Korporative Meetings, usw.
  • Das Café in der Salzkammer, mit Hintergrundsmusik und einem köstlichen Café colombiano.
  • Die höchste Kletterwand von Kolumbien
Haga click sobre la imagen para ampliarla Station des Kreuzweges.

Station des Kreuzweges.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:30, Samstag und Sonntag von 9:00 bis 17:00. Gottesdienst am Sonntag um 13:00
Eintrittspreise:
Von $17.000 bis $27.000, je nach Programmpunkten
Webseite:
www.catedraldesal.gov.co/

Der Eintritt von Hunden und das Mitführen von Essen, alkoholischen Getränken und Tabak sind untersagt.

Nemocón: Eine weitere bedeutende Salzmine

In der Salzmine von Nemocón befindet sich ein 1, 6 Tonnen schweres Salzkristall, das von einem Bergmann geschaffen wurde.

In der Nähe von Zipaquirá liegt Nemocón, eine Gemeinde, die auch im Besitz einer beeindruckenden Salzmine ist. Sie geht auf mehr als 500 Jahre zurück und liegt 80 Meter tief unter der Erde. Sie weist eine Kammer mit natürlichen Spiegeln einer Sole auf, weiterhin gibt es einen Veranstaltungsraum, einen Wunschbrunnen und eine über 80 Jahre alte Salzkaskade.

Im Kapellenraum befindet sich eine riesige, 1,3 Tonnen schwere Steinkugel, die das Leben symbolisiert. Eine weitere Attraktion von großer Bedeutung ist ein 1,6 Tonnen schweres Salzkristall, der in den 1960er Jahren vom Bergmann Miguel Sánchez in Herzform gemeißelt wurde. Auf der Tour kommt man an Stalaktiten und Stalagmiten vorbei und es gibt sogar einen ökologischen Pfad, einen Vortragsraum und eine Geologische Ausstellung.

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